Lernen auf Augenhöhe
Phie hilft den Kindern bei den Hausaufgaben, erklärt schwierige Themen aus dem Unterricht, übt für Klassenarbeiten und organisiert spielerische Lernangebote. „Am Anfang war ich unsicher: Wie reagieren die Kinder auf mich? Wie baue ich eine Verbindung auf?“, erinnert sie sich. Heute merkt sie, wie sich das Vertrauen entwickelt hat: „Wenn die Kinder sich trauen, Fragen zu stellen oder plötzlich neugierig werden, obwohl sie vorher keine Lust hatten – das ist schön.“
Gerade zu den älteren Mädchen hat Phie einen besonderen Draht: Sie sprechen über Schule, Freundschaften oder Zukunftspläne. „Die Kinder wissen, dass sie mit allem zu mir kommen können und dass mich so schnell nichts aus der Fassung bringt“, sagt sie lachend.
Mehr als ein Freiwilligendienst
Der Bundesfreiwilligendienst bei "Tausche Bildung für Wohnen" ist für Phie mehr als ein klassisches Engagement-Jahr. Sie übernimmt Verantwortung bei der Arbeit mit den Kindern und im WG-Alltag, plant eigenständig Lernzeiten und reflektiert ihre Rolle regelmäßig in Mentorings und Seminaren.
„Hier geht es auch um meine Entwicklung. Ich habe schon unglaublich viel über mich selbst gelernt“, sagt sie. Besonders das Arbeiten im Team war für Phie eine neue Erfahrung. Vor ihrem BFD hatte sie Sorge, ob das enge Zusammenleben in einer WG überhaupt zu ihr passt. „Ich war eher zurückhaltend und viel für mich“, erzählt sie.
Heute genießt sie es, gemeinsam mit den anderen Freiwilligen zu kochen, Projekte zu planen und sich gegenseitig zu unterstützen. „Wir kommen aus ganz unterschiedlichen Regionen und bringen verschiedene Perspektiven mit. Ich hätte nicht gedacht, wie gut mir das WG-Leben tut.“
Ein Jahr mit Wirkung
Neben der Arbeit mit den Kindern bringt Phie ihre technische Begeisterung und Kreativität auch hinter den Kulissen ein. Sie erstellt Social-Media-Inhalte, unterstützt bei administrativen Aufgaben und hilft, Projekte im Stadtteil zu koordinieren. So lernt sie, wie vielfältig Bildungsarbeit sein kann. Darüber hinaus engagiert sie sich über die eigene Einsatzstelle hinaus: Seit ihrer Wahl zur BFD-Sprecherin vertritt sie die Interessen von über 30.000 Freiwilligen bundesweit. Besonders am Herzen liegen ihr die Themen Mental Health und digitale Kommunikation.
Für Phie war der Bundesfreiwilligendienst auch ein Schritt in eine neue Region. Sie kommt ursprünglich aus der Nähe von Karlsruhe. Heute kann sie sich gut vorstellen, im Ruhrgebiet zu bleiben. „Ich habe die Vielfalt hier total schätzen gelernt“, sagt sie. Vor einem Jahr war sie noch unsicher, wohin ihr Weg führen würde. Jetzt fühlt sich Phie deutlich orientierter – auch wenn sie sich bewusst Optionen offenhalten möchte.
Ein Studium im sozialen Bereich kann sie sich gut vorstellen. „Ich weiß noch nicht alles. Aber ich bin auf jeden Fall weiter als vorher.“ Das Jahr hat ihr vor allem gezeigt, dass es sich lohnt, mutig zu sein und Neues auszuprobieren.
Phies Fazit: „Man muss nicht sofort wissen, wo es hingeht. Manchmal reicht es, den nächsten mutigen Schritt zu machen.“
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